Scarlett baut


Garten

Das über 4000 qm große, zum Haus gehörende Grundstück war zu fast 3/4 als Ackerland verpachtet, lediglich gut 1000 qm ums Haus waren eingezäunt, ein Teil davon Garten, eine Menge wild zu-, teilweise, nun, ich nenne es mal vorsichtig so: um vergessene oder nicht mehr benötigte Dinge drumherum- und drüberweggewachsen. Nach einem halben Jahr Beräumen, Beschnitt und Ausbuddeln hab ich stolz in einer kleinen Ecke mein erstes Gemüse geerntet. Winterruhe 2003/2004 Das mit der Ruhe war natürlich relativ, siehe Ausräumen/Sortieren. Die kleine Gartenecke wurde dann stetig vergrößert … Mal was anderes: In welchem Tagebau werden schon fertige Ziegel gefördert? – vermutlich haben die dereinst den Ascheplatz begrenzt. Die Erträge des kleinen Gärtchens waren jedenfalls dank des fruchtbaren Bodens (und der Asche?) schon recht beeindruckend. Zum Herbst 2004, nachdem die angrenzenden Felder abgeerntet waren, hatte ich die Pacht des Ackerlands gekündigt, die Grundstücksgrenzen ausgemessen, mit Absperrband gekennzeichnet und … … die ersten Bäumchen gesetzt. In diesen kleinen Hügeln hier oben stecken samt Schutzgittern aus Kückendraht Mirabellenbäumchen. Genau ein Jahr vorher, bei einem unserer Konzerte auf dem Darß im Wustrower Fischlandhaus, hatten wir dort im Garten eine Handvoll reifer Mirabellen aufgesammelt, deren Kerne zu Hause in Blumentöpfe wanderten. Auch die anderen Pünktchen hier sind kleine Bäumchen und Hecken. Der Zufall wollte es, daß in diesem Jahr unser Mietshaus in Pankow komplett rekonstruiert wurde. Wegen der Dämmung und Abdichtung der Keller sollten auch sämtliche Vorgärten beseitigt, sprich ausgebaggert werden. Die Bewohner wurden aufgefordert, eigene Pflanzen in Sicherheit zu bringen. Ich habe kurzerhand beschlossen, daß alles übriggebliebene Gesträuch – und es war ne Menge – gut zu mir paßt, alles runtergeschnitten und ausgebuddelt. Als der Bagger anrückte, war ich leider noch nicht fertig. Aber der Baggerfahrer war so nett, mir auch noch die letzten Sträucher mit den größten Wurzeln, die ich allein gar nicht herausbekommen hätte, auszuheben. Schließlich war die gesamte Ladefläche meines Autos bis unters Dach mit Pflanzen vollgestopft, die dann auf dem Grundstück entlang des Absperrbandes auf dem ehemaligen Feld in die Erde kamen – Berliner Pflanzen ziehn aufs Land. Dann durfte auf dem stillgelegten Feldstück erst einmal fast zwei Jahre lang wachsen, was wollte. Ab und an kamen neue Bäume dazu, vor allem aus dem Garten meiner Eltern: Linden, Eschen, Ahörner, Eiben … und nach Weihnachten der eine oder andere Weihnachtsbaum im Kübel. Leider ließen sich die Rehlein vom Absperrband nicht beeindrucken und haben die Triebe der Bäume abgeknabbert. Deshalb beschloß ich, doch einen Zaun zu setzen. Ursprünglich sollte der große Teil nur von Hecken und Sträuchern umrahmt werden, aber die warn einfach zu langsam. Also habe ich 2005 beim Förster Robinienpfähle bestellt. Nach ein paar Wochen kam die Nachricht, daß sie abgeholt werden können, zwei Tage später ein Anruf, daß der gesamte Einschlag aus dem Wald geklaut worden sei. Begehrtes Holz. Genau ein Jahr später … … konnten wir dann die bestellten 60 Pfähle auf drei Fuhren verteilt abholen. Danach haben Ramona, Jürgen und ich unsere Knochen deutlich einzeln gespürt. 2,80 m lange Robinienpfähle haben ein emormes Gewicht, das sich beim 60. dann etwa verdoppelt hatte. Zwei Wochen später – Oktober 2006 – waren Freunde … … und jüngere Teile meiner Verwandtschaft, wie meine beiden Neffen Sebastian und Tobias, zu einem Aktivsamstag zusammengetrommelt – vorn im Bild Freundin Birgit – … … und der wilde Wildzaun wurde aufgestellt. Am Erdbohrer Freund Micha und Schwager Thomas. Tags zuvor hatte ich gemeinsam mit meinem Bruder Ralf – rotkariert – und meiner Freundin Ramona den Erdbohrer schon mal ausprobiert, die Eckpfähle gesetzt, die Fluchten gespannt und mit Schleifchen die Pfahlabstände markiert. So ging dann das Aufstellen auch zügig voran – hier Tobias und mein Cousin Thomas – … … und nach der Flucht-Begutachtung durch Ramona kamen Wildzaun zu den Feldseiten (3 Rollen günstig gebraucht bei einem Bauern gekauft) … und Maschendraht (alles Reste aus Familiengärten) zu Weg- und Straßenseiten hin an die Pfähle. Nun waren Un- und Kulturkräuter erst einmal vor knabberndem Getier und auch gern mal quer über mein Grundstück zwecks Abkürzung fahrenden Traktoren sicher. Irgendwann wird der Zaun schön zugewachsen und gar nicht mehr wahrzunehmen sein. Der Winter 2006/2007 legte dann nicht nur die Unkräuter flach, sondern, mit seinem im Januar 2007 tobenden Sturm Kyrill, auch den alten Birnbaum, … den ich im Frühjahr zum tragenden Gerüst eines Insektenhotels (ohne Baugenehmigung errichtet!!) umfunktionierte. Mehr dazu hier auf der
Scarlett O’-Webseite. Im Frühjahr 2007 fiel dann der alte, nunmehr innere Zaun, das Gärtchen wurde Stück für Stück erweitert, … … der Komposthaufen zog um und lieferte gute Erde … … und hatte sofort neue Untermieter. Es entwickelt sich: Mai 2007 August 2007 – das Insektenhotel ist "verputzt". Juli 2008 August 2008 Sommer 2009 Sommer 2009 Sommer 2009 – wiedermal ein ebay-Schnäppchen, nun kann ich/können wir endlich draußen übernachten. September 2009

Die folgenden Bilder sind ein kompletter Rundblick im Mai 2010: Mit ein bißchen Phantasie lassen sich schon Strukturen erkennen, … … z. B. eine kleine Obstallee, … … ein Miniwald im Winkel, … … die immer größer werdenden (Pankower) Sträucher am Zaun … … und die Mirabellen-Apfel-Quitten-Allee. Hier links ein noch verbliebener Baum aus alten Zeiten, alle anderen sind in den letzten 7 Jahren dazugekommen. Für mich faszinierend die Mirabellen, aus Kernen auf der Fensterbank gezogen, 2009 die ersten Früchte getragen und in diesem Jahr schon fast doppelt so groß wie ich (keine Sprüche – ich weiß, daß ich kein Riese bin) … Und auch aus den winzigen, vermickerten, gequälten Weihnachtsbäumchen … … sind echte Prachtkerle geworden. Insgesamt habe ich schon gut 80 Bäume und fast ebenso viel Gesträuch gepflanzt.

August/September 2010: Januar 2011 – eigentlich hatte sich der Winter schon verabschiedet …. aber versuchen kann man’s ja nochmal: Mai 2013 – bis April hat der Winter an- und ausgehalten, jetzt platzen die Pflanzen aus allen Nähten.JuniAuch das Schilf im Pflanzenbett macht sich prächtig.Monti – unser Bauschuttberg hat seine fast endgültige Form und bekommt nach und nach eine neue Haut aus dem, was rundherum abgemäht wird. Anfang September – noch allgemeines Geblühe, und sie setzt sich statt Regenbogendiadem schon mal selbst eine kleine Weihnachtskrone auf. Also doch ein Weihnachtsbaum. 2014. Die dunkle Schwertlilie, ein Geschenk eines lieben Freundes aus London, hat sich in ein paar Jahren von einer Blüte zu einem ganzen, manchmal fast schwarz leuchtendem Strauß entwickelt. Auch der Mohn ist nicht zu bremsen, blüht bis weit in den Sommer hinein.Neuer Komposthaufen, neues Glück, ein Gartenbett – so macht das alte, holzwurmzerfressene Bettgestell vom Dachboden noch Sinn-,oben mit Zucchinikernen bestückt, rundherum Kapuzinerkresse gesät.Die durchgesiebte, auf die verschiedenen Gartenteile verteilte Erde vom alten Komposthaufenhat nicht nur den Kartoffeln gut getan.Besonders kräftig stehen und blühen die beiden Amaranthsorten.Im Sommer ist das Kompostbett zugewachsen und liefert bis in den späten Herbst reichlich Zucchini, Kresseblätter und -blüten.Am Platz des alten Komposthaufens ist ein Blumenhügel mit Dahlien, Canna, Sonnenblumen und Amaranth entstanden (rechts). Wenn die alle verblüht, abgeerntet bzw. die Zwiebeln zum Überwintern wieder im Keller gelandet sind, wird die Erde auf’s Gartenbett wandern und ein Hochbeet daraus machen. Davon mehr im nächsten Jahr, jetzt meldet sich hier erst einmal jemand anderer (der weiße Fleck in der Mitte) zu Wort, äh – zu Miau.
So, jetzt erzähl ich euch mal was von den wirklich wichtigen Bewohnern hier. Ich bin Guru, der einzige Kerl unter dem ganzen Katzenvolk hier auf dem Hof, einer von den "Draußen"tigern. Wir brauchen kein Menschenhaus. Haben’s uns mal angesehen, auch ein bißchen, so an 10, 12 Eckchen markiert – fand die Chefin nicht so prickelnd, glaube ich – aber hier im Garten ist es besser. Und für den Winter hat sie uns ja eine warme Unterkunft mit drei gedämmten Schlafkammern gebaut – kann man gelten lassen.Wir, das sind neben meiner ansehnlichen Wenigkeit hier vorn meine/unsere Mutter (hinter mir) und meine jüngste Schwester. Meine Mutter heißt Moma. Eigentlich sollte sie ursprünglich schlicht Mama heißen. Aber die Chefin hat sich Sorgen gemacht, daß die anderen Dorfmenschen sie für ziemlich eigenartig halten würden, wenn sie nach Mama rufend durch den Ort rennt.Meine kleine Schwester heißt Mini. Die anderen Geschwister hat die Chefin alle woandershin verteilt und dann noch dafür gesorgt, daß unsere "Vergnügungen keine neuen kleinen miauenden Konsequenzen mehr haben", was immer das heißen soll. Ich weiß nix mehr davon, hab’s verschlafen. Da wir grad von Vergnügungen sprechen: Ich hatte mal Mama und dem Nachbarskater bei Turnübungen zugeguckt und die Nummer vor kurzem mit Mama ausprobiert. Da hat die Chefin gesagt, daß die Tierärztin wohl was vergessen haben muß. Was sie damit gemeint hat, verstehe ich nicht, hab jedenfalls nichts Vergessenes gefunden. Apropos vergessen: Eine meiner Schwestern ist ja doch noch hier, aber die wohnt im Menschenhaus. Sie heißt Stupsi, manchmel nennen sie sie auch Ignoranzia oder Prinzessin. Wir drei können die "Prinzessin" nicht leiden und versuchen immer, sie abzupassen, wenn sie raus will. Falls sie sich doch mal in unseren Garten verläuft, gibt’s Prügel. Warum wir das machen, weiß ich gar nicht so genau. Vielleicht, weil nur für sie die Klappe in der Haustür aufgeht. Wenn wir versuchen, durchzuschlüpfen, stoßen wir uns den Kopf. Naja, vielleicht dürfen wir nicht rein, weil wir das Prinzesschen immer verhauen, und sie hatte sich schließlich als erste bei der Chefin eingekratzt.Aber dafür haben wir ganz viele Plätze, an denen wir das Leben so richtig nach Katzenart genießen können und
Ignoranzia nicht hinlassen. So!