{"id":95,"date":"2010-07-07T12:18:13","date_gmt":"2010-07-07T10:18:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.scarlett-baut.de\/?p=95"},"modified":"2015-02-12T17:13:05","modified_gmt":"2015-02-12T15:13:05","slug":"pakete","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.scarlett-baut.de\/?p=95","title":{"rendered":"Geschichte\/Zukunft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Geschichte<\/strong><\/p>\n<p>Da war es dann, das alte Haus.<br \/>\nNach mehreren gescheiterten Anl\u00e4ufen konnte ich 2002 g\u00fcnstig ein 1949\/50 gebautes, typisches Siedlerhaus, ein sogananntes Einfirsthaus \u2013 Stall und Wohnteil unter einem First \u2013 mit gut 4000 qm Land erwerben. Es steht in der M\u00e4rkischen Schweiz, nahe meiner Heimatstadt Buckow, und ich kenne es schon seit meiner Kindheit, zur\u00fcck zu den Wurzeln. Der Vorbesitzer, mein Onkel \u2013 damals ein Kind \u2013 und seine Familie waren nach dem Krieg als sogenannte Umsiedler dort eingezogen. Seine Mutter, die er bis zum Schlu\u00df gepflegt hat, wollte ihr geliebtes Haus nicht verlassen und ist im stolzen Alter von 96 Jahren dort friedlich eingeschlafen. Wenn das kein gutes Omen ist \u2013 ein Haus zum richtig alt werden. Die Lage \u2013 f\u00fcr uns und unsere Arbeit absolut perfekt \u2013 ein Dorf mit zw\u00f6lf bewohnten H\u00e4usern, jeder Nachbar vom anderen weit genug entfernt, um befreundet zu bleiben, in wundervoller Landschaft \u2013 Wasser, Luft und Ruhe \u2013 und Berlin nur eine knappe Stunde entfernt.<\/p>\n<p><strong>Das Vorhaben:<\/strong> ein kombiniertes Wohn- und Arbeitshaus, Studio, Haus- und Gartenkonzerte, G\u00e4stezimmer, vegetarisches B&#038;B (Bett &#038; Br\u00f6tchen) und ein Garten der Sinne, welcher Permakultur (siehe &#8222;Garten&#8220;) und Kunst verbinden und uns samt G\u00e4sten nebenbei irgendwann komplett versorgen wird.<\/p>\n<p>Zwei &#8222;kleine&#8220; Wermutstropfen waren dabei:<br \/>\n<strong>1.<\/strong> Ich hatte urspr\u00fcnglich gedacht, da\u00df das Haus ohne gro\u00dfes Genehmigungstralala umzubauen w\u00e4re, was normalerweise in gewissem Rahmen m\u00f6glich ist. Allerdings stellte sich bald heraus, da\u00df der komplette S\u00fcdgiebel sich im Laufe der Jahre gef\u00e4hrlich geneigt hatte und so die Statik des gesamten Hauses gef\u00e4hrdete. Er w\u00fcrde also abgefangen bzw. ersetzt werden m\u00fcssen. Da au\u00dferdem sowieso angebaut\/vergr\u00f6\u00dfert werden sollte, war ein Genehmigungsverfahren unumg\u00e4nglich.<br \/>\n<strong>2.<\/strong> Eine befreundete Bauingenieurin hatte mir erz\u00e4hlt, da\u00df bei Wohnh\u00e4usern im Au\u00dfenbereich, die eine je nach Bundesland variierende Anzahl von Jahren unbewohnt waren, f\u00fcr die Zukunft eine Wohnnutzung verf\u00e4llt. Die Vorbereitungen f\u00fcr den eigentlichen Bau hatten sich schon \u00fcber ein paar Jahre hingezogen (siehe Ausr\u00e4umen\/Sortieren und Entkernen\/Zumauern), nun war also nichts mehr mit Schritt f\u00fcr Schritt sondern Eile angesagt.<br \/>\n2009 waren die Pl\u00e4ne gemacht, auch die Baugenehmigung war durch, nur die Banken hatten nicht die Absicht, selbstst\u00e4ndigen Musikern einen Kredit einzur\u00e4umen. Selbstst\u00e4ndig ist schon schlimm, dann auch noch Musiker und, um das Ganze auf die Spitze zu treiben, eine Frau, die behauptet, bauen zu k\u00f6nnen. Das ging gar nicht.<br \/>\nGespr\u00e4che mit den Zust\u00e4ndigen der Kreditabteilungen, in denen neben zarten Hinweisen auf mein fortgeschrittenes Alter (Jahrgang 1957) auf ein m\u00f6gliches Nichterleben des R\u00fcckzahlungsendes verwiesen wurde, gipfelten in der Bemerkung eines der Herren, ob ich es nicht mal mit richtiger Arbeit probieren wolle &#8230;.<br \/>\nDann gab&#8217;s aber doch ein &#8211; nein zwei Wunder: einen Familienengel, der den Um- und Anbauanschub finanziell abgesichert hat und \u2013 doch eine Bank, die Freiberuflern\/Musikern vertraut \u2013 die W\u00fcstenrot Bausparkasse.<\/p>\n<p><strong>Und so sahen die Pl\u00e4ne im Sp\u00e4tsommer 2010 aus:<\/strong><\/p>\n<p>Dort, wo ehemals die Garage war, wird ein doppelst\u00f6ckiges Tonstudio angebaut, das sowohl f\u00fcr Eigenproduktionen als auch f\u00fcr Produktionen anderer Musiker genutzt werden soll. Im Dachgescho\u00df sind zwei Fremdenzimmer geplant, jeweils mit eigenem Bad, die entweder den gerade produzierenden Musikern oder aber ganz normalen Urlaubern zur Verf\u00fcgung stehen sollen. Da das Grundst\u00fcck nicht nur sehr reizvoll mitten im Naturpark M\u00e4rkische Schweiz, sondern auch unmittelbar am europ\u00e4ischen Radweg R1 liegt, wird sicher auch der eine oder andere Radler das B&#038;B zu Rast und \u00dcbernachtung nutzen. Der zum Garten gelegene, fr\u00fchere Eingangsbereich wird geschlossen, etwas vergr\u00f6\u00dfert und aufgestockt und dann unten mein B\u00fcro und oben unser Schlafzimmer beherbergen. <\/p>\n<p>Der Platz f\u00fcr die Hauskonzerte wird etwas kleiner ausfallen als urspr\u00fcnglich geplant. Eigentlich sollte der kleine Schuppen (ehemals Waschk\u00fcche) auf der S\u00fcdseite des Hauses etwas vergr\u00f6\u00dfert zum Tonstudio und mittels eines Wintergartens mit dem Haus verbunden werden. Durch eine verschiebbare Wand zwischen Aufnahmeraum und Wintergarten sollten eine kleine B\u00fchne und ein Zuschauerraum f\u00fcr die k\u00e4lteren Jahreszeiten entstehen. Als Sommerb\u00fchne war der Wintergarten mit \u00d6ffnung zum Garten hin geplant, wo das Publikum dann auf der Wiese h\u00e4tte sitzen k\u00f6nnen. Auf diese Art w\u00e4re die B\u00fchnentechnik f\u00fcr jede Variante immer nur ein Paar Meter zu bewegen gewesen. Die Vergr\u00f6\u00dferung des Schuppens und der Bau des Wintergartens wurden nicht genehmigt, weil das zus\u00e4tzliche Versiegelung von Boden bedeutet h\u00e4tte. Also haben wir umgeplant, Tonstudio wie oben beschrieben und die Hauskonzerte werden in unserem gro\u00dfen Wohnzimmer stattfinden. \u2018ne Sommerb\u00fchne im Wintergarten war sowieso paradox, wir werden also ein anderes Pl\u00e4tzchen f\u00fcr kuschlige Gartenkonzerte im Sommer finden. In Buckow und dem auch sehr nahe gelegenen Waldsieversdorf gibt es zwei kleine Theater mit sehr aktiven Betreibern, mit denen ich lange befreundet bin, die Buckower Theaterchefin kenne ich seit meiner Kindheit. Wir haben schon einige Pl\u00e4ne f\u00fcr k\u00fcnftige Zusammenarbeit geschmiedet. Dazu sp\u00e4ter mehr und ausf\u00fchrlicher, ebenso wie zu dem Vorhaben einer Verkn\u00fcpfung mit Musikerkollegen in Berlin und anderswo, die ebenfalls Hauskonzerte veranstalten.<\/p>\n<p><strong>Die Philosophie<\/strong><\/p>\n<p>In erster Linie geht es mir  darum, das Haus und die gesamte Anlage in jeder Hinsicht \u00f6kologisch, mit niedrigem Energieaufwand (d. h. auch, m\u00f6glichst viel in Eigenleistung) zu bauen und sp\u00e4ter zu betreiben. Das bedeutet praktisch, da\u00df so weit wie m\u00f6glich vorhandenes oder historisches Material, eigenes und von anderen Baustellen verbaut werden soll und auch Materialien, die \u2013 wie Lehm \u2013 f\u00fcr ein gesundes und ausgeglichenes Raumklima sorgen, zum Einsatz kommen. Abbruchziegel werden gereinigt und wieder verbaut, Fliesenreste werden zu Mosaiken, Fenster, T\u00fcren und andere Einbauteile sind bereits \u00fcber Internetauktionen erworben bzw. von anderen Baustellen \u00fcbernommen worden, alte Balken werden aufgearbeitet und der Lehm, der auf dem Grundst\u00fcck fast \u00fcberall unter unseren F\u00fc\u00dfen liegt, wird f\u00fcr Putz- und Mauerarbeiten genutzt, usw\u2026 Geplant sind: \u2013 Regenwassergewinnung und -nutzung \u2013 Pflanzenkl\u00e4ranlage \u2013 Solar PV-Anlage \u2013 W\u00e4rmepumpenheizung \u2013 D\u00e4mmung des gesamten Hauses mit nat\u00fcrlichen Materialien, Au\u00dfenw\u00e4nde holzverschalt. Die Pl\u00e4ne sind gemacht, Diverses ist erledigt: Vermessung, neuer Wasseranschlu\u00df, Statiker, Pr\u00fcfstatiker, Gutachter, Baugenehmigung, die Anbauten stehn, das Dach ist drauf. Nun geht\u2019s an die restlichen Kleinigkeiten, an alles, was man selbst so kann und darf, Innenausbau, Garten, B\u00fchne. Heizung, Sanit\u00e4r, Elektro sind dank Kredit finanziell abgesichert. Letzterer ist so \u00fcberschaubar, da\u00df ich meinen 100. Geburtstag schuldenfrei feiern kann. Vielleicht klappt\u2019s auch ein paar Tage eher. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte Da war es dann, das alte Haus. Nach mehreren gescheiterten Anl\u00e4ufen konnte ich 2002 g\u00fcnstig ein 1949\/50 gebautes, typisches Siedlerhaus, ein sogananntes Einfirsthaus \u2013 Stall und Wohnteil unter einem First \u2013 mit gut 4000 qm Land erwerben. 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